Über mich in Dekaden

Der Startschuss

Schon 1955 ging es los mit meinem Leben, wohlbehütet im elterlichen Haus im damals größten Dorf in Hessen. Das erste, woran ich mich erinnere, passierte wohl, als ich drei Jahre alt war. Da warf ich meinen Schnuller in den Ofen. Es war so ein Gefühl wie das Rauchen aufgeben, und auch wieder nicht. Denn an Fluppen kommt man wieder dran, aber die Nuckel war definitiv für immer verloren. Meine Eltern hätten mir niemals eine neue gekauft. Mit sechs Jahren bekam ich einen Wellensittich und wurde eingeschult. Der Klassenlehrer war, davon bin ich absolut überzeugt, ein SS-Mann gewesen. Ihm fehlten nur die beiden Sowilo-Runen auf dem Hemd.

Von 1965 bis 1975

Noch ein Jahr, und ich durfte von der Grundschule auf die Realschule wechseln. Nur weg von diesem Backpfeifenverteiler, der damit seinen Sadismus verriet. Er liebte es, uns an den Ohren hochzuziehen, bis wir auf den Zehenspitzen standen, dann ordentlich eine zu schmieren und gleichzeitig loszulassen, sodass man quer durchs Klassenzimmer bis zur nächsten Wand stolperte. Möglicherweise blieb damals etwas bei mir hängen, das später dem Leichenmond ans Licht verhalf. Die Realschule verlief unauffällig, und danach ging es zur Post, Abteilung Fernmeldewesen. Das hatte mein Vater für mich organisiert, denn meinen Wunsch, Schauspieler zu werden, tat er mit einem Scheibenwischer ab, geschmückt mit den Worten: „Lerne erst mal was Vernünftiges, und dann kannst du anfangen zu spinnen.“